FLÜSSIGKEITSÜBERSCHUSS BEI CHRONISCHER NIERENERKRANKUNG (CNK)

Bei terminaler Nierenerkrankung (ESRD), führt die herabgesetzte Fähig-keit der Nieren, Urin auszuscheiden dazu, dass Wasser vom Patienten zurückgehalten wird und somit zu einem Flüssigkeitsüberschuss.

 

Die Ansammlung überschüssiger Flüssigkeit im Körper (auch bezeichnet als "chronisches Volumen", "Flüssigkeitsüberschuss", "Überwässerung" oder "Hypervolämie") führt zu einem Anstieg der interstitiellen Flüssigkeit (die die Zellen benetzt und umschließt).

 

Bluthochdruck als Komorbidität

Bei mangelnder Nierenfunktion aber bei suffizienter Herzfunktion, kann eine Flüssigkeit, die sich in den Blutgefäßen ansammelt, zu sekundären Bluthochdruck führen, ein komorbider Zustand, der den größten Teil der Patienten mit chronischer Nierenerkrankung betrifft. Andauernder, volumenabhängiger Bluthochdruck kann außerdem zu einer "links-ventrikulären  Hypertrophie" (LVH) und einer kongestiven Herzinsuffizienz führen. Fast jeder zweite Patient mit chronischer Nierenerkrankung ist von Komplikationen in Bezug auf Herz-Kreislauferkrankungen betroffen.



Komplikationen
Patienten mit chronischer Nierenerkrankung (CKD 5) benötigen eine Nierenersatztherapie (Dialyse oder Transplantation) zur Lebenserhaltung und um die angesammelten urämischen Toxinen sowie die überschüssige Flüssigkeit zu entfernen.

 

Das Entfernen von überschüssiger Flüssigkeit während der Dialyse durch Ultrafiltration selbst kann zu Komplikationen führen:  

"Intradialytische Hypotonie" - kommt bei bis zu 20 % aller Hämodialysesitzungen vor – ist  eine Hauptursache für Morbidität und vaskuläre Komplikationen.

  

Intradialytische Hyptonie

Hypotonie – ungewöhnlich niedriger Blutdruck – entsteht während der Dialyse normalerweise aufgrund zu schneller oder unzureichender Entfernung überschüssiger Flüssigkeit durch Ultrafiltration.




Zusammenfassung

 

Chronischer Flüssigkeitsüberschuss bei Dialysepatienten ist ein zweischneidiges Schwert – wobei Bluthochdruck und kardiale Hyper-trophie die eine Seite darstellen und intradialytische Hypotonus – in erster Linie wegen der hohen Ultrafiltrationsraten – die andere Seite.

 

“Chronische Überwässerung trägt zur Ausbildung einer linksventrikulären Hypertrophie und einer hohen kardiovaskulären Mortalität bei terminalen Nierenerkrankungen bei.“



Quelle:

Kuhlmann MK, Zhu F, Seibert E, Levin NW
Curr Opin Nephrol Hypertens. 2005 14(6) 543- 549