FAQ

Handhabung

Hintergrundinformationen

Technologie

Einschränkungen



Handhabung

Q. Wo kann ich messen?
A. Messungen können problemlos im Dialysezentrum oder während des regulären Arztbesuchs werden.


Q. Wann sollte ich messen?
A. BCM Messungen sollten immer dann durchgeführt werden, wenn eine Bestimmung des Flüssigkeitsstatus und Körperzusammensetzung erforderlich ist, z.B. bei:
  • Änderung der Medikation oder anderen klinischen Eingriffen, 
  • Auftreten von Symptomen 
  • wahrgenommenen Veränderungen in der Körperzusammensetzung/ im Lebensstil 
  • Krankenhausaufenthalten

Die Messungen sollten vor der Behandlung (vor der Punktion) vorgenommen werden. Nach der Dialyse können die Messungen 30 Minuten (nach Flüssigkeitsequilibrierung) durchgeführt werden. Peritonealdialysepatienten können zur jeder Zeit gemessen werden.




Q. Wie oft kann ich messen?
A. Sie können messen, so oft Sie wollen! Es gibt keine Begrenzung. Abhängig vom Patienten wird jedoch folgendes empfohlen:
CKD 3 – 4: vierteljährig
HD and PD: monatlich
Akutpatienten: täglich



Q. Wie lange dauert eine Messung?
A. Die Messung dauert etwa 20 Sekunden. Die Ergebnisse werden nach ca. 2 min. angezeigt.


Q. Kann der Patient während der Messung sitzen?
A. Die besten Messergebnisse erhält man, wenn der Patient entspannt in Rückenlage ist. Der Patient kann während der Messung auch sitzen, aber für eine gleichmäßige Flüssigkeitsverteilung sollten die Füße hochgelagert werden. Der Patients sollte immer in der selben Position gemessen werden, um eine größtmögliche Reproduzierbarket zu erreichen.


Q. Wie kann ich die Qualität der Messung verbessern?
A.
  • Stellen Sie sicher, dass der Patient sich in einer entspannten Liegeposition befindet
  • Stellen Sie sicher, dass die Haut gereinigt ist und die Elektroden gut haften können. Benutzen Sie Alkohl wenn nötig
  • Überprüfen Sie die korrekte Anbringung der Elektrode
  • Überprüfen Sie die korrekte Verbindung der Patientenanschlüsse
  • Versuchen Sie, mögliche elektrische Störungen zu minimieren (Energiequellen, Mobiltelefone etc.)
  • Stellen Sie sicher, dass Beine und Arme nicht in Kontakt mit dem Rumpf oder miteinander sind.



Q. Welche Auswirkung hat eine falsche Größenangabe? Wie ist der Effekt bei der Gewichtsermittlung (mit oder ohne Kleidung)?
A.




Technologie

Q. Wie unterscheidet sich die Einzelfrequenz-Bioimpedanz-Analyse (SF-BIA) von der Multifrequenz BIA (MF-BIA) und Bioimpedanz-Spectroskopie (BIS)?
A. Die Mehrzahl der Einzelfrequenz-Geräte (SF-BIA) (und Körperfett-waagen) messen lediglich bei 50 kHz und messen daher eine Impedanz, welche durch eine Kombination von ECW und ICW beeinflusst wird. Es gibt Multifrequenz-Geräte (MF-BIA), die zwischen 3 und 8 Frequenzen messen (zwischen 5-800 kHz), jedoch erlauben auch diese Geräte keine akkurate Differenzierung zwischen ECW und ICW. MF-BIA verwendet empirische lineare Regressionsmodelle, welche gewöhnlich nur für gesunde Probanden anwendbar sind, um FFM, TBW, ICW und ECW zu evaluieren.Die Bioimpedanz-Spektroskopie (BIS) arbeitet mit einem physiologischen Modell sowie einer Mischgleichung (Cole-Cole plot und Hanai Formel), um zunächst den elektrischen Widerstand von ECW und ICE zu bestimmen und anschließend das Volumen dieser Kompartimente zu berechnen. Diese für die Erkennung von OH essenzielle BIS Technik findet beim BCM – Body Composition Monitor Anwendung.


Q. Was versteht man unter Reaktanz, Widerstand und Impedanz?
A. Impedanz ist als der Widerstand gegenüber einem Wechselstrom definiert. Impedanz setzt sich zusammen aus Widerstand und Reaktanz. Bei der Analyse von Widerstand und Reaktanz des menschlichen Gewebes lassen sich bestimmte Eigenschaften beobachten. Der Widerstand des Gewebes gegenüber elektrischem Strom bestimmt den Widerstand des Gewebes gegenüber dem Elektronenstrom (dissipativer Verlust). Dies ist bedingt durch das Wasser, welches sich im Gewebe befindet. Im Gegensatz dazu reflektiert die Reaktanz den kapazitativen Verlust durch die Zellmembranen.


Q. Was ist der Unterschied zwischen Gesamtkörper-und Segmental-BIS?
A. Es gibt verschiedene Methoden der bioelektrischen Impedanzanalyse: Segmental-BIS wird mittels Sensor-Elektroden durchgeführt, welche an den einzelnen Körpergliedmaßen angebracht werden (z.B. zwischen Knöchel und Knie) um die Impedanz der Wade zu messen. Dies kann für die kontinuierliche intradialytische Überwachung, z.B. des relativen Blutvolumens hilfreich sein.Die Methode des BCM – Body Composition Monitors ist eine ganzheitliche Bioimpedanz-Spektroskopie, bei welcher die Elektroden lediglich an Händen und Füßen angebracht werden. Dadurch kann der aktuellen Flüssigkeitsstatus und mögliche Über-wässerung festgestellt werden. Diese Methode ist ideal geeignet zur intradialytische Überwachung. Zusammen mit dem BVM ermöglicht der BCM – Body Composition Monitor die kontinuierliche Beobachtung des Flüssigkeitsstatus, sowohl während als auch zwischen Dialyse-behandlungen.




Hintergrundinformationen

Q. Warum benötigen wir ein Body Composition Modell?
A. Das Body Composition Modell beschreibt den intra- und extrazellulären Wassergehalt der Muskelmasse (Lean Tissue Mass, LTM), der Körper-fettmasse (Adipose Tissue Mass, ATM) sowie die Überwässerung (Overhydration, OH). LTM, ATM und OH ergeben sich aus gemessenen Körpergewicht und Körpergröße sowie aus dem die mittels Bioimpedanz-Spekroskopie ermitteltem intrazellulären (ICW) und extrazellulären Wasser (ECW). Das Body Composition Modell zeigt an, ob die Ver-änderungen im intra- und extrazellulären Wasser einen Anstieg oder Verlust von ATM oder LTM reflektieren.


Q. Wie werden die Ausgabeparameter validiert?
A. Die Bestimmung des Flüssigkeitsvolumens wurde durch anerkannte und etablierte Referenzmethoden validiert:
  • Extrazellulärwasser – Bromidlösung
  • Intrazellulärwasser – Gesamtkörperkalium
  • Gesamtkörperwasser – Deuteriumverdünnungsmethode
  • Muskelmasse – Dual Energy X-ray Absorptiometry (DEXA)
  • Körperfettmasse – 4-Kompartiment-Modellierung, DEXA, Luftverdrängungsplethysmographie und Unterwasserwägung
  • Körperzellmasse – Magnetresonanztomographie und Gesamtkörperkalium

Zur Bestimmung von OH gibt es keine anerkannten und etablierte Referenzen, jedoch wurde eine große Übereinstimmung im Vergleich mit fachkundigen klinischen Bewertungen und im Vergleich zum Ultrafiltrationsvolumen, das während einer Hämodialysebehandlung entzogen wurde, nachgewiesen.




Q. Warum ist es in der Messung nicht sichtbar, wenn ich 1 Liter Wasser trinke?
A. Der BCM – Body Composition Monitor vermisst den gesamten Körper und reagiert besonders empfindlich auf die Anreicherung von Flüssigkeiten in den Gliedmaßen. Die Flüssigkeiten im Gewebe und den Blutgefäßen sind nahezu vollständig detektierbar.Da Flüssigkeit den Strom im Körper am besten leitet, hat ein Flüssigkeitsvolumen mit großem Querschnitt einen geringen Einfluss auf die gemessene Körperimpedanz. Der Rumpf z.B. steuert gerade 10% der gesamten Körperimpedanz bei. Folglich macht es auch bei PD Patienten kaum einen Unterschied, ob die Messungen vor oder nach dem Auslauf durchgeführt werden, da die Füllung des Peritoneums nahezu keinen Effekt auf die Bestimmung der Überwässerung hat. Das Gewicht des Patienten ist jedoch unmittelbar betroffen und beeinflusst daher die Berechnung der Körperzusammen-setzung. Es ist empfehlenswert, das erhaltene Gewicht bei leerem Peritoneum in das Gerät einzugeben.


Q. Wie wird OH berechnet?
A. Der BCM - Body Composition Monitor drückt das Körpergewicht in Form von sog. Muskelmasse (LTM – hauptsächlich Muskeln), Körper-fettmasse (ATM – hauptsächlich Fett) und Überwässerung (OH) aus. Jedes dieser Kompartimente hat eine spezifische Zusammensetzung. Der Wassergehalt des jeweiligen Gewebes ist bekannt. Überwässerung besteht nahezu zu 100% aus extrazellulärem Wasser. LTM und ATM hingegen bestehen aus unterschiedlichen Anteilen extrazellulären und intrazellulären Wassers sowie aus festen Bestandteilen. Gesunde Personen werden als „normal hydriert“ betrachtet und haben nahezu keine Überwässerung. Diese Personen können nur hinsichtlich ATM und LTM charakterisiert werden. Bei pathophysiologischen Bedingungen muss jegliche auftretende überschüssige Flüssigkeit, die sich ansammeln könnte, in Betracht gezogen werden. Überschüssige Flüssigkeit stellt eine Erhöhung des extrazellulären Wassers dar, wohingegen das ICW unverändert bleibt. Durch Einlagerung der überschüssigen Flüssigkeit in der Körperfett- oder Muskelmasse wird die Hydration des entsprechenden Gewebes über den Normalwert hinaus erhöht (z. b. Ödem). Alternativ kann die überschüssige Flüssigkeit auch als deutlich erkennbares Kompartiment auftreten, ohne die Hydration des Hauptgewebes zu modifizieren (z. B. Aszites, Pleuralerguss). Da die extrazelluläre Hydration des LTM und ATM bekannt ist, kann das zu erwartende „normale“ Volumen“ des ECW dieses Gewebes berechnet werden. Die Differenz zwischen “normalem" ECW und gemessenen ECW stellt die Überwässerung OH dar.


Q. Was bedeutet negative OH?
A. Negative OH bedeutet, dass der Patient unter- oder dehydriert ist. Dies kann einhergehen mit einem verstärkten Auftreten intradialytischer Symptome


Q. Was ist die Basis für die Referenzbereiche?
A. Referenzbereiche liegen vor bei Überwässerung (OH), Muskel Masse Index (LTI), Fett Masse Index (FTI) und E/I Verhältnis. Die Referenz-bereiche werden durch die Referenzpopulation bestehend aus 2071 gesunden Probanden zwischen 2 und 95 Jahren mit einen BMI von 18 - 35kg/m² definiert. Die Referenzbereiche werden aus der 10. und 90. Perzentile der Referenzpopulation gebildet und sind spezifisch für Alter und Geschlecht. Diese Bereiche vereinfachen die Indentifikation der abweichenden Bedingungen durch Vergleichen der Patientendaten mit der Referenzpopulation.



Einschränkungen

Q. Kann ich regionale Unterschiede in der Körperzusammensetzung und im Flüssigkeitsstatus messen?
A. Der BCM - Body Composition Monitor führt Messungen des gesamten Körpers zwischen Hand und Fuß durch und kann daher keine regionalen Unterschiede in der Körperzusammensetzung und im Flüssigkeitsstatus messen. Das Gerät ermittelt lediglich die interstitielle Flüssigkeit – ein Flüssigkeitsvolumen mit einer großen Querschnittsfläche hat einen geringen Einfluss auf die Impedanz des gesamten Körpers.


Q. Kann ich in der Intensivstation messen?
A. Nein, aktuell hat der BCM - Body Composition Monitor keine Zulassung für Intensivstationen (elektrische Sicherheit, Konformität)


Q. Was sollte bei der Messung von Patienten mit Stents, implantierten Defibrillatoren oder Herzschrittmachern beachtet werden?
A. Für die Messung von Patienten mit Stents, implantierten Defibrillatoren sowie Patienten mit bipolaren Herzschrittmachern gibt es keine Einschränkungen.
Bei massiv kardial dekompensierten Patienten, die einen unipolaren Herzschrittmacher tragen und von diesem vollständig abhängig sind, ist vor Durchführung der Messung die Sensitivitätsschwelle des Herzschrittmachers zu überprüfen. Patienten mit einem Schrittmacher, dessen Sensitivitätsschwelle sehr niedrig liegt, sind von der Messung auszuschließen.